Vogelgezwitscher und großartiger Krach

Aufführung von Francis Poulenc' Klavierfassung der Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten: Es war ein verregneter Sonntag im Sommer des Jahres 1940, als sich ein kleines Mädchen bei dem Kalviergeklimper ihres Onkels schrecklich langweilt.

Es ist viel zu schlechtes Wetter um im Freien spielen zu gehen. Deshalb beschließt sie, dass der Onkel ihr ein Buch vorlesen soll. Das Mädchen geht zum Klavier und stellt ihm kurzerhand Jean de Brunhoffs Bestseller "Babar, der kleine Elefant" aufs Notenpult. Poulenc schafft es nicht, den Text des Bilderbuchs einfach nur vorzulesen. Er muss am Klavier dazu spielen. Die Motive, die seiner Nichte am besten gefallen, notiert er. Dann gerät das Stück für lange Zeit in Vergessenheit. Fünf Jahre später fordert ihn seine Nichte noch einmal auf, die Geschichte vorzuspielen. Diesmal komponiert Poulenc so lange, bis das farbenreiche Stück "L'Histoire de Babar, le petit éléphant" für Klavier und Erzähler vollendet ist. Babar ist ein Waisenkind. Seine Mutter wurde von einem Jäger getötet. Er landet in einer Stadt, wo ihn eine alte Frau wie ein Menschenkind erzieht. Hier lernt Babar die Vor- und Nachteile der Zivilisation und vor allem die Menschen kennen. Als er erwachsen ist, kehrt Babar in den Urwald zurück. Der alte Elefantenkönig war gerade an einer Pilzvergiftung gestorben und so nimmt Babar seinen Platz ein. Seine Cousine Celeste macht er zur Königin und gründet die Stadt Celesteville. Hier leben die Elefanten nach dem Vorbild der menschlichen Zivilisation. Babar fällt beispielsweise auf, dass sein Cousin und seine Cousine gar keine Kleidung tragen und „nackt“ herumlaufen. Es entstehen zahlreiche kuriose Szenen, die unsere Zivilisation in humorvoller Weise auf die Schippe nehmen.

Jean de Brunhoffs Buch "Babar, der kleine Elefant" erlangte in den 30er Jahren große Popularität in Frankreich. Es war das erste Mal in der Kinderbuchgeschichte, dass Illustrationen und Schrift über eine Doppelseite hinweg angeordnet wurden. Am zweiten Freitag im Mai führte der Pianist Vincent Julien Piot gemeinsam mit Maggy Walter und Ulrike Irmler Poulenc' Meisterwerk in der Aula der Dresdner Kreativitätsgrundschule auf. Nach einer kurzen Einführung, in der Piot den Kindern wichtige Geräusche am Flügel demonstriert und einige Mitmachszenen mit ihnen einübt, trägt Maggy Walter in französischer Sprache Babars Abenteuer vor. Piot untermalt den Text mit lebhaften Klanglandschaften. Ihr Charakter reicht von hellem Vogelgezwitscher, zarten Gefühlen und schwebenden Träumereien bis hin zu donnernden Unterbrechungen des Vortrages, etwa weil ein altes Auto auf einer schlechten Straße mit mächtig kraftvollem Tastenanschlag am Flügel imitiert wird. Unterstützt werden beide von Ulrike Irmler, die die Illustrationen zeigt. In unserer Fotogalerie und den Videoausschnitten sind einige Eindrücke der Aufführung für Sie festgehalten.

(Karsten Goll)

 

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